Rain Bossa Rezension im Chilli Freiburger Stadtmagazin

Warmer Regen
Als Debütalbum kann man "rain bossa" eigentlich nicht bezeichnen - und irgendwie doch. An neun Tonträgern war der Denzlinger Jazzmusiker Rainer Abels bereits beteiligt, "rain bossa" ist das erste Album, das unter seinem Namen erscheint. Eine entspannte Produktion, angelehnt an die brasilianische Bossa-Nova-Bewegung der fünfziger Jahre. Elf lässigleichte Tracks, größtenteils aus der Feder Abels. Schlichtweg schöne Stücke.
Dafür hat sich der Denzlinger renommierte Musiker ins Boot geholt, Gitarrist Helmut Sauer aus Stuttgart tourte bereits mit Max Greger und Altmeister Hugo Strasser. Wolfgang Wüsteney aus Heidelberg überzeugt mit seinem fein akzentuierten Schlagzeugspiel. Rolf Kleinen, einst Mitglied der legendären Albert Louis Jazz Band, hantiert meisterhaft an den weißen und schwarzen Tasten und entlockt dem Fender-Rhodes Piano Töne, die wie Champagner am Sonntag nachmittag perlen. Dazu Martin Hess, der seinen Bass zupft, streichelt und zum Swingen bringt. Schon das Titelstück lässt den Winter weichen und man spürt die warme Sonne Brasiliens aufziehen. Das feine Zusammenspiel der Musiker setzt sich die nächste Stunde fort wie ein warmer Regen und umschmeichelt den Zuhörer katzengleich. Ein gern gehörter Lichtblick.
Artikel von Kai Hockenjos